Militärhistorisches und Ausrüstung

Schutztruppler siedeln in Südwest

Sonstiges

Dr. Klaus Eisfeldt

Liest oder spricht man von den Schutztrupplern in Südwest, dann ist öfter vom Schwert als vom Pflug die Rede. Aber gerade bei der zivilisatorischen Erschließung des Schutzgebietes haben die Schutztruppen einen beachtlichen Beitrag geleistet . Natürlich findet sich in der reichhaltigen wissenschaftlichen und schöngeistigen Literatur an vielen Stellen der Hinweis auf diese Seite des Wirkens der Schutztruppe. Wie umfangreich war der Anteil der Männer aus der Truppe aber tatsächlich ? Angaben dazu sind recht selten und ziemlich verstreut in den leider nicht lückenlosen Quellen zu finden. (Zur Quellenlage vgl. die sehr informativen Ausführungen von B. Lau in: "Ungewisse Gewißheiten", Windhoek 1989).

Besonders bedauerlich ist natürlich der kriegsbedingte Verlust des Schutztruppenarchivs in Potsdam, wodurch über den Verbleib von ausgeschiedenen Schutztrupplern anhand der Stammrollen keine Aussage mehr möglich ist. Es wurde daher der Versuch unternommen, mit Hilfe der im Bundesarchiv vorhandenen Quellen die mehr oder weniger unbestimmten Aussagen sowohl in zeitgenössischen Dokumenten, Archivmaterialien und in der Sekundärliteratur etwas zu präzisieren.

Wirtschafts- und Entwicklungsfaktor Schutztruppe

Die Existenz der Schutztruppe bildete an sich bereits einen wichtigen Wirtschaftsfaktor. Der Bedarf der Truppe an Schlachtvieh, Acker- und Gartenbauprodukten und Zugtieren bedeutete für die Farmer des Landes einen zuverlässigen Absatzmarkt, dessen Umfang stetig zunahm. So wurden z.B. die Farmer aufgefordert, den nächstgelegenen Magazinen der Schutztruppe Angebote ihrer Produkte zu unterbreiten (in: Windhuker Nachrichten vom 28.03.1907). Dem entsprach auch eine Anordnung des Kommandeurs der Schutztruppe vom 11.07.1907, daß der Eigenbedarf der Truppe im Lande zu kaufen sei, um die Farmer zu unterstützen. Zugleich wird in dieser Anordnung die Schweine- und Kleinviehzucht der Truppe für den Eigenbedarf verboten, Truppengärten durften nicht mehr betrieben werden, sie seien zu verpachten. (in: Kaiserl. Gouvernement, Zentralarchiv Windhuk, Miltärangelegenheiten, Schutztruppen, Organisation, D.I.L.1, Bd. 1). Durch Frachtfahrten für die Truppe bestand für viele Neuansiedler die Möglichkeit, die finanziellen Voraussetzungen zum Aufbau ihrer Farmen zu verbessern.

Bei der Auswahl der Freiwilligen zum Dienst in der Schutztruppe wurden die zivilen handwerklichen Berufe als wichtiges Kriterium betrachtet. "Bei den Mannschaften wird man....zweckmäßig dazu schreiten, nach Berufsart und Handwerk eine möglichst brauchbare Zusammenstellung zu treffen. Weder Büchsenmacher, Klempner, Schlosser, Schmiede Stellmacher, Tischler, Zimmerleute und Maurer noch Landwirte, Gärtner, Schreiber, Schneider, Schuhmacher und Sattler, Bäcker, Fleischer und Köche dürfen fehlen": (K. Schwabe: Dienst und Kriegführung in den Kolonien und auf überseeischen Expeditionen, Zit. in: K. Schwabe: Der Krieg in SW-Afrika 1904 - 1906, Berlin 1907, S. 229) Daher waren die Truppenangehörigen nicht nur in der Lage, militärische Objekte in Eigenleistung zu errichten, sondern auch zur zivilisatorischen Erschließung des Landes während der Dienstzeit und bei späterer Ansiedlung im Schutzgebiet beizutragen.

So schreibt E. Herrmann 1891 in einem Bericht an die Deutsche Kolonialgesellschaft, in deren Auftrage er bei Kubub eine landwirtschaftliche Station errichtete, daß er für den Aufbau einer zweiten Station im Norden des Gebietes von Bethanien "sehr notwendig .. einen Gehülfen gebrauche, und hat Herr Hauptmann von Francois mir so bald als möglich einen Mann der Schutztruppe zugesagt, der seine Dienstzeit zurückgelegt hat und im Lande bleiben will." (in: Deutsches Kolonialblatt, II. Jg., Nr.22, v. 15.11.1891, S. 487 /488) In den Zeiten ohne kriegerische Auseinandersetzung leistete die Schutztruppe Beachtliches zur friedlichen Erschließung des Landes. So unterstreicht der Jahresbericht 1911 besonders die Leistungen zur Entwicklung des Verkehrswesens: Die Schutztruppe "hat den Oberbau auf der Strecke Seeheim-Kalkfontein verlegt. Technisch vorgebildete Offiziere haben bei der Tracenauswahl der Nord-Südbahn mitgeholfen und umfangreiche Tracierungsarbeiten geliefert.

Das Telegraphennetz hat durch die Truppe wesentliche Erweiterungen erfahren. Sie hat dauernde Leitungen ausgebaut zwischen Twasis und Berseba etwa 70 km lang, zwischen Hasuur und Ukamas etwa 181 km lang, sowie halbwegs zwischen Tsumeb und Namutomi.

Ferner hat sich die Schutztruppe die Ausbesserung und Neuanlage von Wegen, die Aufstellung von Wegweisern sowie die Erschließung und Instandhaltung von Wasserstellen in ihren Stationsbereichen sehr angelegen sein lassen..... Mit besonderer Rührigkeit hat die Schutztruppe sich durch Routenaufnahmen an den Vermessungsarbeiten beteiligt. Durch diese Arbeiten...ist die Kartierung des Landes erheblich gefördert worden." (in: Die deutschen Schutzgebiete in Afrika und der Südsee, Amtl. Jahresberichte, hrsg. v.

RKA, Berlin 1911, S. 126/127)

Der Jahresbericht 1912 nennt unter den Erschließungsarbeiten der Truppe: Beteiligung am Wegebau (Nord-Süd-Bahn rund 130 km) , Gleisumbau der Strecke Karibib-Windhuk, Telegraphenbau im Süden auf 444 km fertiggestellt, Ausbau des provisorisch errichteten Fukturmes in Swakopmund auf 42 Meter Höhe, Brunnenbauten, Wegeausbesserungen, Fortsetzung des Staudammbaus in Regenstein bei Windhuk, Vermessungsarbeiten, Wetterbeobachtungen. (in: Die deutschen Schutzgebiete..., Berlin 1912, S. 108) 1912/13 werden diese Arbeiten weitergeführt, wobei von den Bauten an Staudämmen besonders der Regenstein-Damm hervorgehoben wird, dessen Länge mit 40 Meter, die Höhe mit 5 m und die Breite mit 3 m geplant war, wovon im Berichtszeitraum eine Höhe von 2 Meter erreicht war.

Seitwärts des Dammes wurde ein 8 Meter tiefes Sammelbecken gegraben. (in: Die deutschen Schutzgebiete...., Berlin 1914, S. 128) So konnte der Statssekratär des RKA in seiner Rede am 06.03.1913 vor dem Reichstag zu Recht erklären: "Überall... außerhalb des gewöhnlichen Pfades hat die Schutztruppe vorgearbeitet, hat sie Wohnstätten angelegt und Wege gebaut. Sie ist nicht nur als Soldat und Krieger aufgetreten, sie hat auch Kulturarbeit geleistet, die den Arbeiten der dazu berufenen Zivilbeamten durchaus ebenbürtig zur Seite stehen." (Protokoll der 127. Sitzung des Reichstages - 06.03.1913, in: RKA, A-I-Akten, Sachgeb. B IX, Aktenz. KA I, Gr.38, S. 4336)

Natürlich mußte die Besiedlungspolitik der deutschen Schutzmacht auf eine dauerhafte Erschließung des Landes durch deutsche Ansiedler hinzielen. Die Vorarbeiten der Truppe bildetet ebenso wie die aus ihr hervorgehenden Siedler eine gute Voraussetzung.

Siedlungspolitik ..........

Nachdem das spätere Südwest-Afrika zum Schutzgebiet erklärt worden war, bestand für die deutsche Kolonialpolitik natürlich die Aufgabe, das Land für deutsche Interessen zu nutzen. Das Hauptaugenmerk war in den ersten Jahren (vor den Diamantenfunden) auf die landwirtschaftliche Nutzung durch Viehzucht gerichtet, parallel erfolgte allmählich die Erkundung und Nutzung der Bodenschätze.

Daß die Orientierung auf Viehzuchtfarmen mit den Interessen der ortsansässigen Völkerschaften kollidieren mußte, soll hier ebensowenig wie die Kolonialpolitik des kaiserlichen Deutschland bewertet werden. Eine aus heutiger Sicht moralisierende Beurteilung dieser historischen Prozesse ist ja überhaupt sehr kompliziert , bedürfte wesentlich größeren Raumes und ist von vielen Autoren schon unternommen worden. Farmen in unerschlossenem, unbekanntem, klimatisch ungewohntem Land , in Nachbarschft zu mehr oder minder feindlich reagierenden Eingeborenenstämmen, auf deren Arbeitswilligkeit man jedoch angewiesen war, erforderte Menschen mit Wagemut, Unternehmungsgeist, vielfältigen handwerklichen Fertigkeiten, Landeskenntnissen, der Bereitschaft zu einem arbeits- und entbehrungsreichen Leben (zumindest in den Anfangsjahren) und natürlich einem verfügbaren Betriebskapital. Eine oder zwei dieser Bedingungen genügten nicht, einen Farmbetrieb in der leeren Steppe aufzubauen.

Diese Anforderungen erfüllten - jedenfalls in den ersten Jahren der Besiedlung des Landes durch Deutsche - in bestimmtem Maße die Angehörigen der Schutztruppe.

In einem Bericht über die Besiedlung des deutsch-südwestafrikanischen Schutzgebietes vom 04.12.1902 geht v. Estorff auf die Frage ein, "welches Element der Besiedler sich am besten bewährt hat. Man kann das unbedenklich dahingehend beantworten: Die Deutschen. Unter diesen haben sich im Bezirk Windhuk und Gibeon die früheren Angehörigen der Schutztruppe als geeignete Kulturträger erwiesen; ebenso im Bezirk Gobabis und Outjo......"

Und weiter: " Sehr erwägenswert wird es sein, wie man die...Angehörigen der Schutztruppe daselbst wird seßhaft machen können.Man hat an ihnen bereits ein Material zur Hand, das sich bereits bewährt hat, das man genau kennt und das die Verhältnisse im Lande übersieht..." (v. Estorff: Bericht über die Besiedlung des deutsch-südwestafrikanischen Schutzgebietes v. 04.12.1902, in: Reichsarchiv, RKA, Sachgebiet B IX, Abt. Z, KA II Gr. 1, Bd. 4)

Gouverneur Leutwein dazu anläßlich eines Heimatbesuches auf dem Bierabend der Abt.

Berlin-Charlottenburg der Deutschen Kolonialgesellschaft am 10.02.1903: "Überhaupt bedarf die Viehzucht in Südwestafrika eines ganzen Mannes, der Tag und Nacht im Sattel ist und keine Mühe scheut." (in: Deutsche Kolonialzeitung, 20. Jg., Nr. 11, Berlin, 12.03.1903, S. 104)

Sowohl die Deutsche Kolonialgesellschaft als auch die Vertreter von Reichsregierung, Reichskolonialamt und Gouvernement stimmten darin überein, die ansiedlungswilligen ausgedienten Schutztruppler als willkommenes Siedlerpotential zu betrachten und zu fördern.

So schreibt z.B. ein H. Herrmann aus Lüderitzbucht am 29.11.1898 an die Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes: "Es ist wohl selbstverständlich, daß die Soldaten, die das Land erobert, erstens in den besten Teilen angesiedelt werden, das Land umsonst erhalten, mindestens für einige Jahre abgabenfrei, wenn nicht für immer..." (in: Reichsarchiv, AA, Kolonialabt. , A-II-Akten, A 1625, Nr. 20).

Die Deutsche Kolonialgesellschaft unterstützte die Ansiedlung von Schutztrupplern anfänglich auch finanziell: "Im Auftrage des Ausschusses der Deutschen Kolonialgesellschaft habe ich ergebenst Mitteilung zu machen, daß von genannter Gesellschaft zunächst eine Summe von 10.000 Mark dazu bereit gestellt wurde, um die Ansiedlung in Südwestafrika zu fördern.

Die Summe soll in erster Linie Verwendung für etwa fünf Mitglieder der Schutztruppe finden, die nach Erfüllung ihrer Dienstpflicht geeignet wären, sich in der Kolonie als Ansiedler niederzulassen."...

So wäre es vorteilhaft, " mit Leuten den Anfang zu machen, denen die Verhältnisse des Landes schon aus Erfahrung bekannt sind ". (Hervorh. - K.E.) (Schreiben des Generalsekretärs der Deutschen Kolonialgesellschaft [Bokemeyer] an das Auswärtige Amt, Kolonialabt. v. 24.04.1891. In: Reichsarchiv, AA, Kolonialabt. , Akten betr. "Die Verwaltung des Südwestafrikanischen Schutzgebietes, Jg. Juli 1890 - Juni 1892, Bl. 62/63)

Die Ansiedlungspolitik der Reichsregierung bzw. des Reichskolonialamtes durchlief mehrere Phasen. In den ersten Jahren galt es, wehrfähige und landeskundige Siedler aus den Reihen der Schutztruppler zu gewinnen. Darauf zielte die kostenlose Vergabe von Kronland bzw. der Verkauf zu Vorzugspreisen an ausscheidende Soldaten der Truppe. So wurde in der Verfügung vom 05.08.1898 durch Gouverneur Leutwein festgelegt, "daß nach dem 01.07.98 ausscheidenden Mitgliedern der Schutztruppe unter gewissen Bedingungen Anspruch auf unentgeltliche Überweisung einer Farm" zusteht. (Verfügung in den Unterlagen des RKA beim Bundesarchiv nicht nachweisbar - Verlust ? - K.E.) Hinzu traten in begrenztem Umfange (nach Anzahl und Höhe) Ansiedlungsbeihilfen seitens der Deutschen Kolonialgesellschaft (s.o.) und der Regierung in Gestalt unverzinslicher Darlehen.

Die Bedeutung, die der Ansiedlung von ausgeschiedenen Schutztrupplern beigemessen wurde, unterstreicht die Anweisung Leutweins an die militärischen und zivilen Vorgesetzten im Schutzgebiet: "Vorstehendes (Verfügung v. 05.08.98 - K.E.) ersuche ich die Herren Kompagnie- und Distriktschefs, sowie auch die Bezirkshauptleute, letztere für die ihnen unterstellten Polizeimannschaften aus der Truppe, in geeigneter Weise weiter bekannt zu geben. Bei der Wichtigkeit der Sache für die Entwicklung unserer Kolonie kann indessen als geeignete Weise nicht etwa einfaches Verlesen beim Appell oder Senden von Umlaufschreiben angesehen werden. Vielmehr muß der betreffende Vorgesetzte solches auf jeder Dienstreise wiederholt persönlich und belehrend tun." (Leutwein, Ergänzungsschreiben zur Verfügung vom 05.08.1898 (No. 5375) vom 04,03,1899 in: Reichsarchiv, RKA, A-II-Akten, Sachgeb. B IX, Abt. 2 KA II, 3 B, Bd. 2) Aber bereits 1905 vertrat der stellvertretende Gouverneur von DSWA, Frankenberg, in einer Stellungnahme zum Verkauf von Kronland die Auffassung, daß.."darüber hinaus (Vorzugspreise, Ansiedlungsbeihilfe - K.E.) besondere Vergünstigungen für Angehörige der Schutztruppe oder für wehrfähige Deutsche festzusetzen... nicht angängig" erscheine. " Die Schutztruppe ...enthält nach ihrer bedeutenden Vermehrung (ab 1904 - K.E.) doch nicht mehr so ausschließlich wie früher die Elemente, die unter allen Umständen gegenüber anderen Einwanderern bei der Ansiedlung zu bevorzugen sind..." (in: Reichsarchiv, AA, Kolonialabt., A-II-Akten, Bd. 7, Bl. 71 ff.)

Für den Verkauf von Regierungsfarmen in den Gebieten Outjo und Gobabis erließ 1898 der Gouverneur (Leutwein) Bedingungen, die der Landspekulation vorbeugen und zugleich die dauerhafte Erschließung fördern sollten. Die besondere Berücksichtigung der ausgedienten Schutztruppler bedeutet zugleich, daß diese an der Erschließung des Landes besonderen Anteil hatten.

Die Leutwein´schen Bedingungen enthielten u.a.:

§ 1

Farmgröße ca 5000 ha, Preis 50 Pfg./ha. Um jede Farm ist nochmals eine Fläche von 5000 ha mit späterem Vorkaufsrecht für den Farmerwerber freizulassen Teilzahlung möglich, 1/5 des Kaufpreises sind sofort zu erlegen.

§ 4

Während der ersten 6 Jahre keine Abzahlung und Zinszahlung, ab 7. Jahr Rückzahlungsrate mindestens 1/5 des Kaufpreises

§ 5

Farmer muß die Farm mindestens 10 Jahre selbst besitzen und bewirtschaften

§ 8

Spätestens 6 Monate nach Kauf muß die Farm bewirtschaftet werden

§ 9

Farmer muß eigenes Groß- und Kleinvieh innerhalb von 2 Jahren anschaffen, in der Regel zwei unabhängige Wasserstellen schaffen, ein Haus mit mindestens zwei Zimmern errichten, einen Garten anlegen oder Ackerland bestellen, die Grenzmark und Wasserstellen instand halten, gute Zufahrtswege vom Farmgehöft zum nächsten öffentlichen Weg schaffen, Abholzungen dürfen nur zum eigenen Gebrauch erfolgen, Neuanpflanzungen im entsprechenden Umfange der Abholzung

§ 16

Für frühere Angehörige der Kaiserlichen Schutztruppe, welche sich tadellos geführt haben und auch sonst einer besonderen Unterstützung würdig sind, kann derKaufpreis bis auf 30 Pfg. vom Kaiserlichen Landeshauptmann ermäßigt werden.

(Bedingungen des Kaiserlichen Gouverneurs von DSWA für den Verkauf von Regierungsfarmen in den eroberten Gebieten bei Outjo und Gobabis an wehrfähige Deutsche v. 12.05.1898 in: Die deutsche Kolonialgesetzgebung. Sammlung zum dienstlichen Gebrauch hsgg. von Dr. Alfred Zimmermann, Berlin 1899, S 38 ff)

Im Jahre 1899 veröffentliche der Kaiserliche Gouverneur Leutwein (01.08.1899) die "Vorzugsbedingungen für den Verkauf von Regierungsfarmen für wehrpflichtige Reichsangehörige", deren § 12 die besondere Förderung ehemaliger Schutztruppler beinhaltet: "Ehemaligen Angehörigen der Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika, welche bei dieser als Kapitulanten gedient und sich während ihrer Dienstzeit tadellos geführt haben, sowie den Besitz eines Kapitals von mindestens 2500 Mark nachzuweisen vermögen, können nach freiem Ermessen des Gouvernements in dem Kronland Farmen je nach der Höhe des nachgewiesenen Kapitals bis zur Größe von 5000 Hektar unentgeltlich mit der Maßgabe abgelassen werden, daß der Erwerber einer solchen Farm die sämtlichen in den vorstehenden Paragraphen für den Käufer festgelegten Bedingungen, insoweit sich diese nicht auf die Bezahlung des Kaufgeldes beziehen, zu erfüllen, beziehungsweise eintretenden Falles die dort festgelegten Nachteile zu erleiden hat."

Neben der Landvergabe zielte auch die mögliche Verkürzung der Dienstzeit auf eine rasche Ansiedlung. Auf eine entsprechende Anfrage antwortete die Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes : "Eine Entlassung von Schutztruppenangehörigen vor Ablauf der übernommenen Dienstverpflichtungen zum Zwecke der Ansiedlung im Schutzgebiet ist nach § 22, Nr. 2 f der Schutztruppenverordnung und der hierzu erlassenen Allerhöchsten Kabinettsordre vom 12.03.1897 zulässig. Zur Entscheidung über eine solche Entlassung ist der Kommandeur der Schutztrupe in SWA zuständig, an den der Antrag auf Entlassung zu richten sein würde." (in: Reichsarchiv, AA, A-II-Akten, Bd. 7, Bl. 161 v. 03.11.1905) Zur Gründung und der Aufbau einer Farm war selbstverständlich ein gewisses Betriebskapital notwendig, das der siedlungswillige Schutztruppler entweder in Form vorhandenen Geldkapitals oder in Gestalt von Vieh, Baumaterial und dgl. nachzuweisen hatte. War diese Summe zunächst auf 2500 Mark festgelegt, so stellte sich sowohl durch die Erfahrungen der ersten Jahre als auch durch veränderte ökonomische Bedingungen (Viehseuchen mit nachfolgend rapiden Preiserhöhungen für Vieh usw.) die empfohlene bzw. geforderte Höhe des Eigenkapitals der Neuansiedler ständig höher.

Bereits 1904 beurteilt Ansiedlungskommissar Rohrbach die Ansiedlungsmöglichkeiten ausgedienter Schutztruppler : "...daß Landschenkungen, wenn sie überhaupt stattfinden sollen, auf alle Fälle an... Bedingungen geknüpft werden müßten: .....der Nachweis eines bestimmten Betriebskapitals, das nicht in jedem Falle dasselbe zu sein braucht, da aber nie unter 5000.- M, in der Regel 8000.-M und darüber betragen müßte.

Die Zeit, wo ein tüchtiger, vor allen Dingen nüchterner und sparsamer , landeskundiger Schutztruppler nach Ablauf seine Dienstverpflichtung hoffen durfte, mit dem seinerzeit festgesetzten Minimum von 2500.-M sich eine Existenz als Farmer zu gründen, ist endgültig vorüber. Voraussetzung hierfür waren die niedrigen Viehpreise, vor allen Dingen aber die Millionenausgaben der Regierung für Frachten, die es ganz überwiegend denjenigen Farmern, die seit 1895 mit wenigem angefangen hatten und bis zum Aufstande (1904 - K.E.) auf dem Wege zur Wohlhabenheit gekommen waren, ermöglichten, das minimale Anfangskapital in bar zu vergößern. Das hat im wesentlichen schon mit der Erbauung der Eisenbahn von Swakopmund nach Windhuk aufgehört...." (Stellungnahme des Ansiedlungskommissars Rohrbach zur Verfügung vom 05.09 1904, Geschr. am 05.10.04 in: Reichsarchiv, AA, Kolonialabt., A-II-Akten, Bd. 6, Bl. 219 - 221 a)

Die Förderung der Besiedlung des Landes mit Farmern, bevorzugt aus der Schutztruppe, entsprach einerseits den gegebenen Bedingungen und Erfordernissen, stieß aber andererseits auf Schwierigkeiten, die sich zum nicht unerheblichen Teil aus der steigenden notwendigen Kapitalausstattung der Siedler ergaben. Der genügsame, selbstversorgende Farmer konnte den Vorstellungen von einer exportorientierten und so wirtschaftlich erstarkenden Kolonie nicht gerecht werden. So meldet z.B. im Jahresbericht 1897 der Bezirk Grootfontein, daß in diesem Bezirk 36 Siedler ansässig waren, darunter 6 Deutsche. "Die deutschen Ansiedler, sämtlich ehemalige Soldaten der Schutztruppe, ernähren sich von den Erträgnissen ihrer des schwachen Bestandes wegen nicht allzuviel abwerfenden Viehzucht." (Jahresbericht der Station Grootfontein v. 08.05.1897, in: Deutsches Kolonialblatt, VIII. Jg., Nr. 18, S. 543/44) Es ist H. Bley ("Kolonialherrschaft und Sozialstruktur in Deutsch-Südwestafrika 1894 - 1914, Hamburg 1968) durchaus zuzustimmen, daß Leutwein die Förderung der Ansiedlung von Schutztrupplern nur als Provisorium angesehen habe, bis aus Deutschland kapitalkräftige Unternehmer ins Land gekommen seien, die eine auf Rentabilität orientierte Großfarmwirtschaft betreiben könnten. Nur so sei das Schutzgebiet "zu einem auf dem Weltmarkt konkurrierenden Viehzuchtland zu erheben" . (Leutwein: 11 Jahre Gouverneur in DSWA, 1906,S. 414)

........Siedlungswille....

Viele der in DSWA Dienst tuenden Schutztruppler lernten das Land so gut kennen und schätzen, daß sie sich entschlossen,nach Beendigung ihrer Dienstzeit im Lande zu bleiben. Über die Motive ist von den unterschiedlichsten Autoren ausführlich geschrieben worden. Dabei stießen sich die Wünsche und Vorstellungen jedoch mit den Realitäten hart im Raum.

So urteilt die Deutsche Kolonialzeitschrift im Jahre 1902: "Mit Ausnahme der bereits vor der Besitzergreifung durch Deutschland im Lande ansässigen Farmer, die es zum Teil zu großem Wohlstande gebracht haben, und einiger weniger eingewanderter deutscher Landwirte gibt es eigentliche Farmer , d.h. Leute, die von den Erträgen ihrer Farmwirtschaft ihren Lebensunterhalt bestreiten, nur recht wenige. Das größte Kontingent der dauernd ansässigen deutschen Bevölkerung stellen die im Lande verbliebenen ehemaligen Schutztruppensoldaten, von denen sich ein geringer Teil als Farmer angesiedelt hat - den meisten dagegen fehlt es an zum Erwerb einer Farm und Anschaffung von Zuchtmaterial notwendigen Mitteln. - Aber auch diese Farmer, die vielfach ihr gutes Auskommen haben, verdienen meist einen großen, wenn nicht den größeren Teil ihrer Einnahmen durch Frachtfahren oder andere Nebengeschäfte. Die Mehrheit der im Lande verbliebenen Schutztruppensoldaten, soweit sie nicht Handwerker sind, leben in wenig beneidenswerten Verhältnissen, in abhängigen, schlecht bezahlten Stellungen als Arbeiter oder Frachtfahrer wohlhabender Deutscher, Buren oder Bastards." (in: Deutsche Kolonialzeitschrift, 20. 02. 1902, No. 4, S. 60) Zu gleicher Einschätzung kommt auch ein anderer Beobachter.

Offenbar in Beantwortung einer Anfrage des Kolonialamtes schreibt ein ehemaliger Feldwebel der Schutztruppe an das Kolonialamt (Briefkopf fehlt, Absendername im Original mit Fragezeichen versehen, Posteingang 20.05.1903) : "Ich bin seit 1893 hier....und habe die Entwicklung der Verhältnisse mit Aufmerksamkeit verfolgt... Von den alten Soldaten der Schutztruppe haben es verschiedene wenige zu einer gesicherten Existenz gebracht und diese fast alle nur durch eine angeborene Geschicklichkeit in den Handelsgeschäften. Trotzdem wird man nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß die überwiegende Mehrzahl der alten Schutztruppler die Absicht gehabt hat, nach Ablauf ihrer Kapitulationszeit als Landwirte hier zu bleiben. Vielen ist auch hier bei ihrer Kapitulation vor der Ausreise von ihren Vorgesetzten gesagt worden, daß sie nach Ableistung ihrer Dienste in der Lage sein würden, im Schutzgebiet eine Existenz als Bauer (Farmer) zu finden,......man übersah aber, daß das Land allein hier gar nichts wert sei und daß vor allem Anfangskapital notwendig ist, wenn der Ansiedler, der nicht Steine zu essen vermag, nicht verhungern soll: Das Anfangskapital hat man nicht gegeben. Diejenigen aber, welche jahrelang im hiesigen Schutzgebiet gelebt haben, haben sich so an das sonnige Klima gewöhnt, daß sie nicht wieder weg mögen, auch haben sie ihre frühere Beschäftigung größtenteils verlernt und getrauen sich nicht, in Deutschland wieder unterzukommen. Sie können weder vor noch zurück und sitzen buchstäblich im Elend. Es wäre eine Verleumdung zu sagen, es fehle den alten Trüpplern nur der gute Wille, sich ansässig zu machen. Arbeitslust und Unternehmungsgeist sind in Fülle vorhanden; das einzige was fehlt, ist das Geld...." (in: Reichsarchiv, AA - Kolonialabt., A-II-Akten, Bd. 5, Bl.139 ff)

Der durchschnittliche Schutztruppenreiter war kein vom begüterten Elternhaus wohlausgestatteter Siedler, sondern mußte in der Regel das zur Ansiedlung als Farmer erforderliche Startkapital während seiner Dienstzeit von der Löhnung ersparen."Die Reiterlöhnung ist reichlich bemessen, das beweisen die Ersparnisse, die einige sparsame Unteroffiziere und Reiter, die keinen Nebenverdienst haben, sich erübrigen, so daß ein in mäßigen Grenzen gehaltener monatlicher Abzug von der Löhnung sich nicht arg fühlbar machen würde, die ihn im Verein mit den ihm gebotenen günstigen Aussichten beim Erwerb einer Farm zur Ansiedlung im Land bewegen würde.

Mit der Ansiedlung einer möglichst großen Zahl alter Schutztruppensoldaten mit Regierungs-Unterstützung wäre zwei Parteien geholfen, die hier sehr aufeinander angewiesen sind. Die Regierung hätte an Stelle der jetzt wilden und unkultivierten Brachländereien gut bewirtschaftete Farmen, die den Wert des gesamten Landes bedeutend heben würden, mit einem Stamm von ihr ergebenen zuverlässigen Farmern; andererseits würden viele ehemalige Reiter, die aus irgendwelchen Gründen nicht nach Deutschland zurück wollen, mit ihrem Schicksal und der Regierung weniger grollen, als dies jetzt vielfach der Fall ist, ja, manchmal vor direktem Elend bewahrt bleiben." (In: Dt. Kolonialzeitschrift, 20.02.1902, No.4, S. 64)

Inwieweit die vorstehende Einschätzung " reichlich bemessene Löhnung" zutreffend ist, kann heute ohne gründlichere Untersuchungen kaum festgestellt werden, Reichtümer damit anzuhäufen dürfte auf jeden Fall den wehrpflichtigen Diensttuenden schwer gefallen sein, wenn man berücksichtigt, daß davon die persönlichen Bedürfnisse, die über Kleidung und Ernährung hinaus gingen,zu begleichen waren . "Die zur Ableistung ihrer aktiven Dienstpflicht in Meine Schutztruppe für Südwest-Afrika eingestellten Wehrpflichtigen erhalten, solange sie noch in Ausübung ihrer gesetzlichen Dienstpflicht begriffen sind, ein Löhnung von 5o.-Mark, für die Dauer ihrer kriegerischen Unternehmungen dagegen die bei der Schutztruppe übliche volle Reiterlöhnung."

(Allerhöchste Verordnung, betr. die Erfüllung der Dienstpflicht in der Schutztruppe für Südwestafrika v. 20.09.1898 in: Kolonialblatt 1898, S. 361)

Obwohl den aktiven Schutztrupplern die Lage vieler ihrer entlassenen Kameraden offenbar durchaus bekannt war, bestand bei einer nicht unbeträchtlichen Anzahl von ihnen der Wunsch, sich als Farmer oder zunächst Pächter im Lande niederzulassen. "Es ist ohne Zweifel, daß eine große Anzahl der jährlich zur Entlassung kommenden und nach Deutschland zurückkehrenden Schutztruppensoldaten gern im Lande verbleiben würde, wenn die ihnen in Aussicht stehenden Lebensbedingungen günstigere wären. Das Beispiel, das sie an dem Schicksal vieler von früheren Transporten zurückgebliebener Kameraden haben, ist jedoch leider wenig ermutigend". (in: Deutsche Kolonialzeitschrift, 20.02.1902, S.63)

Allen Widrigkeiten zum Trotze bewarben sich jedes Jahr erneut zur Entlassung kommende Schutztruppler um Farmen - und zwar nahezu ausschließlich mit dem Ziel, sie zur künftigen Lebensgrundlage zu machen. In den vorliegenden Farmakten finden sich keine Hinweise auf Spekulationserwerb. Die Förderung der Ansiedlung von ausgedienten Trupplern, zu der die miltärischen und zivilen Vorgesetzten angehalten und wozu Land und finanzielle Beihilfen bereitgestellt wurden (letztere offenbar in nicht ausreichendem Umfange, wie vorstehende zeitgenössische Urteile belegen) wurde seitens des Gouvernements und des Reichskolonialamtes natürlich bezüglich ihrer Wirksamkeit beobachtet.

Laut Jahresbericht 1900 über den Zustand und die Entwicklung des südwestafrikanischen Schutzgebietes siedelten sich 50 entlassene Schutztruppler im Schutzgebiet an (in: Deutsches Kolonialblatt, XII. Jg, S.168) und Oelhafen von Schöllenbach nennt die Zahl von 35 entlassenen Mannschaften für das Jahr 1901 (H. Oelhafen von Schöllenbach: Die Besiedlung Deutsch-Südwestafrikas bis zum Weltkriege, Berlin 1926, S. 30)

Leider liegen, wie vorerwähnt, solche Zahlenangeben nicht für jedes Jahr vor, mit Sicherheit waren sie jedoch im verlustig gegangenen Archiv der Schutztruppen vorhanden.

Der Aufstand in den Jahren 1904 - 06 förderte verständlicherweise die Ansiedlung ausgedienter Truppler nicht, nach Wiederherstellung friedlicher Verhältnisse rückte die Ansiedlung wieder in den Blickpunkt der Politik.

So formulierte Gouverneur Lindeqist in der Sitzung der Budget-Kommission am 05.12.1906:" Eine Enquete (Erhebung - K.E.), welche ich unter den Angehörigen der Schutztruppe habe anstellen lassen, hat ergeben, daß 917 Unteroffiziere und Mannschaften im Lande zu bleiben gedenken und zwar 318 als Farmer 74 als Kleinsiedler 570 als Handwerker, von denen die meisten gleichzeitig neben dem Handwerk sich der Gartenwirtschaft widmen wollen 4 als Beamte 5 als Kaufleute ." (in: Reichsarchiv, RKA, Sachgebiet IX, A-II-Akten, Bd.7) Diese Angaben ergänzen Lindequist´s Ausführungen in seiner Denkschrift über die Besiedlung Deutsch-Südwestafrikas (April 1906) :"Nach einer von mir angeordnetet Statistik liegen nicht weniger als 199 Anträge auf bestimmte Farmen in allen Teilen des Landes vor." (Reichsarchiv, AA, A-II-Akten, Bd. 9, Bl. 23 - 25) Eine weiter Zahlenangabe findet sich in der Denkschrift des Gouverneurs von DSWA über Ansiedlungsbeihilfen vom 12.11.1907, in welchem Jahre größere Mittel als Beihilfe für Farmer erforderlich wurden, deren Vieh infolge der Lungenseuche einging bzw. getötet werden mußte: " Seit der Beendigung des Aufstandes bis 15.08.1907 wurden vom Gouvernement an Farmen verkauft bzw haben sich angesiedelt ...144 Farmer. Von diesen haben 1o8 Farmer größtenteils ehemalige Schutztruppenangehörige - Ansiedlungsbeihilfen erhalten" (in: AA, RKA, A-II-Akten, Bd.10, Bl. 131)

....Siedlungsresultat

Aus allen bisher angeführten Belegstellen ist jedoch keine konkrete Aussage über den tatsächlichen zahlenmäßigen Anteil der ausgedienten Schutztruppenangehörigen an der Farmerschaft zu erkennen. "Viele", "haben die Absicht", "wollen" "haben den Antrag gestellt" - diese Formulierungen sind recht vage und sagen nichts über die Realisierung der Wünsche und Vorstellungen der siedlungswilligen Truppler aus.

So wird beispielsweise im Jahresbericht über den Zustand und die Entwicklung des südwestafrikanischen Schutzgebietes 1895/96 nach Feststellung des Ansteigens der Zahl der Zivilbevölkerung um 309 Personen (von 1439 auf 1784) ausgeführt: "Die neuen Ansiedler waren zum großen Teil alte Schutztruppler, von denen am 01.04.1896 im ganzen 160 aus der Truppe ausscheiden und von denen sich etwa 100 niederlassen wollten." (Hervorh. - K.E.) (in: Deutsches Kolonialblatt VII. Jg, S.117/18) Wieviele der auscheidenden Soldaten ihren Ansiedlungswunsch realisiert haben, ist nicht festzustellen. Auch wenn man von einer überwiegenden Zahl von Ansiedlern im Bereich Handwerk, unselbständige Arbeit und Verwaltung ausgeht, so zeigt die Zahl von 13 Farmgründungen durch ehemalige Schutztruppler in den Jahren 1896 - 98 doch eine beträchtliche Differenz zu den "Planzahlen" des Berichtes.

Die offizielle Ansiedlungspolitik korrespondierte zwar, wie gezeigt wurde, mit den Interessen vieler Schutztruppler, nach Beendigung ihrer Dienstzeit im Lande zu bleiben, die dazu angestellten Befragungen wiesen (s.o.) eine hohe Zahl Ansiedlungswilliger aus. Da über die als Handwerker, Angestellte der Bahn bzw. Privatunternehmern, Frachtfahrer oder Farmangestellte (Verwalter) u.ä. verbliebenen Soldaten der Truppe keine Unterlagen aufzufinden sind, (oder auch nicht geführt wurden - ?), kann nur die Ansiedlung als Farmer ein ungefähres Bild vom Truppler-Anteil an der dauerhaften Besiedlung des Landes geben.

Leider ist auch hier nur eine annähernde Wiederspiegelung der Verhältnisse möglich, weil einerseits die Unterlagen bzw. Statistiken nicht immer exakt geführt wurden und die Angaben zum gleichen Sachverhalt differieren.

So wird z.B. die Zahl der Farmen im Kaiserlichen Zentralarchiv Windhuk ("Farmstatistik und -listen") in einer Vergleichsübersicht (= Anteil der deutschen Farmer an der Gesamtfarmerschaft) anders ausgewiesen, als in den Farmstatistiken der entsprechenden Jahre:

190919101911191219131914Zahl der Farmen lt. Anteilsübersicht821k.A.103597810421139Zahl der Farmen lt. Farmstatistik785954105212371282k.A.

(in: Kaiserl. Gouvernement, Zentralbüro Windhuk, Farmstatistik und -listen, A.VI.L.3.Bd. 1 - 4 und A.VI.L.4, Bd. 1 - ,) Unterlagen früherer Jahre sind im Bundesarchiv nicht vorhanden.)

Eine weitere Fehlerquelle liegt darin, daß aus den Farmunterlagen oft nicht hervorgeht, ob der jeweilige Farmer früherer Schutztruppler war. Es bestand lediglich die Möglichkeit, alle vorhandenen 67 Mikrofilme "Farmakten" zu sichten und aus den Erwerbsunterlagen auf solche Farmer zu schließen. Dabei stellen die Befürwortungsschreiben der militärischen Vorgesetzten, z.T. die Begründung der Anträge auf Ansiedlungsbeihilfe, die Fragebögen (nicht immer vorhanden bzw. lückenhaft ausgefüllt) oder die Anträge auf Farmerwerb die Grundlage für die Einordnung der Ansiedler als frühere Schutz-truppenangehörige dar.

Auf diese Weise kam eine Farmerwerbsliste von 375 ehemalige Angehörigen der Schutztruppe zustande, die, nach Bezirken bzw. Distrikten geordnet, die Farmen, das Erwerbsjahr und die Namen der Farmer ausweist (an das Archiv des Traditionsverbandes und die Wissenschaftliche Gesellschaft Swakopmund übergeben).

Von diesen 375 Farmern gaben bis 1914 aus den unterschiedlichsten Ursache (Ermordung, Tod durch Krankheit, Erkrankungen, finanzielle Schwierigkeiten u.v.a.m.) 59 Farmer auf, so daß von den insgesamt rund 1300 Farmen 316 , das sind ca. 25%, von ehemaligen Schutztrupplern bewirtschaftet gewesen sein dürften.

Die Neuansiedlung von ausgedienten Angehörigen der Schutztruppe vollzog sich von 1893 bis 1914 entsprechend den verfügbaren Unterlagen folgendermaßen:

1893 -11905 -10 (- 2)1895 -11906 -23 (- 1)1896 -11 (- 1)1907 -98 (- 1)1898 -21908 -55 (- 8)1899 -81909 -21 (- 10)1900 -181910 -12 (- 10)1901 -13 (- 1)1911 -17 (- 5)1902 -16 (- 3)1912 -23 (- 14)1903 -12 (- 1)1913 -16 (- 13)1904 -2 (- 3)1914 -9 (- 7)nicht zu terminisieren - 7

(Angaben in Klammer = Abgänge aus vorgenannten Gründen) Auf die Bezirke bzw. Distrikte verteilten sich die Schutztruppen-Ansiedler (Farmer) so:

Bethanien:10Maltahöhe:15Gibeon:39Okahandja:18Gobabis:70Omaruru:47Grootfontein:47Outjo:24Karibib:3Rehoboth:20Keetmanshoop:28Warmbad:11Lüderitzbucht:1Windhuk:32

Begründet waren die Ansiedlungsentscheidungen sehr unterschiedlich. Wichtig war natürlich das Vorhandensein der zur Farmwirtschaft notwendigen Voraussetzungen wie Wasser, Weide und auch Verkehrsanbindung bzw. Absatzmöglichkeiten für Vieh und landwirtschaftliche Produkte.

Als ein Hauptgrund wurde seitens des Gouvernements genannt, daß die Regionen des Landes, die die Schutztruppler während ihrer Dienstzeit am besten kennengelernt hatten, bevorzugt wurden. (Leutwein in einem Ergänzungsschreiben am 04.03.1899 zur Verfügung vom 05.08.1898 [No. 5375], in: Reichsarchiv, RKA,A-II-Akten, Sachgeb. B IX, Abt. 2 KA II, 3 B, Bd.2)

Wenn auch die vorgefundenen Zahlen über den Anteil der Schutztruppeangehörigen bei der dauerhaften Besiedlung des südwestafrikanischen Schutzgebietes manche überschwängliche zeitgenössische Formulierung nicht belegen können, so soll das keineswegs eine Minderung der Leistungen der Truppen und der aus ihnen hervorgegangenen Ansiedler darstellen. Wenn es einem Viertel der Farmansiedler gelingt, im Bewußtsein der Zeitgenossen und der Nachwelt als "großer Teil der Farmerschaft" zu erscheinen, dann spricht das für die Leistung der ehemaligen Schutztruppenangehörigen.

Eine Leistung, die, mit dem "Pflug" vollbracht, nachhaltig auf die Entwicklung des Landes Einfluß genommen hat.

Dr. Klaus Eisfeldt

Farmerwerb durch Schutztruppler

BezirkFarmErwerbsjahrBesitzerBethanienGeigoab1908SiebertBethanienChamchawib19o8Grasop (Verkauf 1911 , kauft Maguams)BethanienKauamseb (=Dreylingen)1910BergmannBethanienSüd-Buchholzbrunn1909Seifert,A.BethanienGorab (Barby)1908ElzeBethanienHelmeringshausen1913Hester, H.BethanienKalkfontain1910Borowski, A.GibeonAuris1907BurzynskiGibeonAkam1908WehleGibeonAmadab1910StraubeGibeon (Maltahöhe ?)Breckhorn1907v. Heynitz(20ooo ha auf seinen Namen plus 18ooo ha Farm Mariannenhof auf den Namen seiner Schwester, damit wurde Ansiedlungsbestimmung übergangen)GibeonDaweb1899Kirsten (kauft 1914 Farm Dirichas Maltahöhe] dazu)GibeonUrusis1899Bergemann, F.GibeonUbiams1908Jooste, J. (1909 an Fiskus zurück)GibeonGelwater1900Koch , H. und Käse, B. (Koch verzichtet 1906 zugunsten Käse)GibeonKeitzub1900Blume, H.GibeonKomo1901Kaempfert (1902 aufgegeben, krank nach Deutschland,kommt 1911zurück,s.Gobabis,Farm 96)GibeonKaudus1906BakeGibeonKudis1908Berner, G.GibeonKinachas1910v. Schoenermark, H.-M.GibeonNarnkranz1907Lehmann, A.GibeonKuteb1908Nöchel, Ch.GibeonKoichas I u. II1905Stumpfe, E.GibeonKubmaams1908Stein, Fr.GibeonKachas1908Schröder, C. (1912 verkauft)GibeonKamseas?Kürschner,...GibeonAkam1911v. Wehle,...(Major)(dieser Farmeintrag wahrscheinlich identisch mit Eintrag 1908)GibeonPersip1913PhilippGibeonHeimat1909Klose, A.GibeonNeynabas1908Szewzyk,J.GibeonNabus1900Hauthal, R. (ermordet im Krieg O4/O5)GibeonNabibis1908Mehnert, H.GibeonRietrevier I und II1906Melchior, F. (1911 verkauft an A. Strauch)GibeonHarribes? (vor 03)Melchior, ... (identisch mit Vorherstehendem ?)GibeonAchterfontein1907Bake, A,Fahlgras Süd1909(1911 verkauft)GibeonGarichanab1911Smit, H.J. jun.GibeonHatzium I1907Hoffmann, K.GibeonNabusvor 1900Jacobi, F. (Hauthal, R. Farm gleichen Namens - ?)GibeonNaromund? (vor 03)Meining,GibeonSwartmodder? (vor 03)Walther,GibeonZarris? (vor 03)Jaeger,GibeonDirikas-West? (vor 03)Langhinrichs,GibeonDirikas-Ost? (vor 03)Friccius,Gibeon.................... (?)1903Otto, R.Gibeon......................(?)1903/04Schröder, K. (identisch mit C. Schröder, Farm Kachas ?)GobabisFarm 141907GoldbeckGobabisOtjivarumendu (Farm Nr. 6)1906Siegemund, G.GobabisOtjivarumendu (Farm Nr. 7)1906Keßler,GobabisDonnersberg (vorher Farm 58)1912SiegmeyerGobabisOtjiwarumedu (Farm Nr.16, später "Goldene Aue")1907Lannicke Verst. 1911 [12-?])1896 wurden durch Erlaß des Gouverneurs an 15 Schutztruppler Farmen vergeben: " An die Genannten wird zur Belohnung für die Teilnahe an dem Kriege gegen die Ovobandjeru und Khauan an einer Wasserstelle des eroberten Gebietes eine Farm von 5000 ha als Besitztum zugewiesen. Die Lage der Farm wird von der Regierung noch näher bestimmt". (Die Zuordnung der Farmen zu den im Erlaß aufgeführten Namen erfolgte durch Auswertung der Farmakten, soweit möglich - K.E.) Quelle: Kaiserl. dt. Landeshauptmannschaft f. SWA Kaiserl. Gouvernement, Zentralbureau Windhoek Farmen, U.V.G. 77 - 81)GobabisGuicus I1896Wieland, WGobabisGambarare am Schw. Nosob (=Wilhelmshöhe)1896HampelGobabisKaimas1896ModlerGobabis....................1896HochtrittGobabisGrünfeld1896Wieland, A. / Schroeder,MaxGobabisKubokobis a.Weißen Nosob (= Klein-Witvley)1896van Alten, E.GobabisGuicus II1896Schroeder, Franz / Schroeder, Paul (Franz 1909 verstorben)GobabisLangtrull1896Aleithe / Dr. Feeder, P.GobabisOmbojongominja1896Burger / Le RouxGobabisKatjemarongo1896Voges / KotséeGobabisGrünfeld (?)1899WeberGobabisFarm südl. Farm 1711914BechlerGobabisOkaseraue1914v. Kühne,GobabisOtjimokandi1900Gräfe (1908 gest.)GobabisKranz1900Lange, W. (verkauft 1909, neu beworben um 2 Farmen südl. Ai-Ais)Gobabis(?)1900HübnerGobabisKlein Keitsaub1908Schor, P. (1909 Farmaufgegeben)GobabisKeitsaub1904Conrad, C.GobabisKambarare, dann: Karlsruh1899Goldbeck, C.GobabisKakus1906Klein, H.,(kauft dann Farm 171)Farm 1711914Klein, H.Gobabis?.............(am Nosob, 1 Std.1900Lange, Wilhelm (1908 verkauft,neu von Gobabis) gesiedelt)GobabisFarm Nr. 12 am w. Nosob1907Hausknecht, M. (1907 verst.) (Bruder erbt Farm),(wird 1912 mit mit Farm Nr.13 vereint, verkauft 1914, dann zusammen mit) Schmidt, E. (s. Klein Witvley) "Margaretental")GobabisKlein Witvley (wird 1912 "Margaretental)1907Schmidt, E.GobabisFarm 95 am Schw. Nosob (Okapane)1906FoxGobabisFarm 14 am Schw. Nosob1907GoldbeckGobabisFarm 99 am Schw. Nosob1907DemkerGobabisMundt´s Farm (war Farm 95 Vorbesitzer: Fox, s.o.)1908Mundt, E.GobabisNaosanabis1900Hohnau,) (offenbar vor 1912 zurückgegeben)GobabisFarm 37 am unteren Nosob1909Krießbach, M. (Gastwirt in(Pacht) Windhuk, 1911 gekündigt)GobabisFarm 20 am Schw. Nosob1907Nauhaus, F.GobabisOngava-Onuea1912Göttert, P.GobabisOmitara1907Grub, F. (1908 abgegeben)GobabisOwingi1903v. Nathusius, W. (1910 aufgegeben)GobabisOkatjepuiko1907Fischer, A. (1913 zwangsversteigert)GobabisOkahoa1900Hübner, K.GobabisOtjivarongo1908Krauß, H.GobabisOkasewa (Pacht)1906Weber, A.GobabisOkahenesiwa1914Altmann, K.GobabisStampriet1899Goldbeck, ... (1900 abgegegeben an v. Hake, P.)GobabisStampriet1902Koczorowsky, J. (1906 ver-storben und Kaise, A. (übernimmt 1909 den Anteil von Koczorowsky)GobabisFarm 68 an Schw. Nosob1907Rothlübbers, A.GobabisFarm 97 am Schw. Nosob1907Ließmann, W. (1910 aufgegeben, verkauft)GobabisHeimstätte bei Witvley1910 }Westerwald 1913 } Weber, R.GobabisFarm 96 am Schw. . Nossob1911Kaempfert, W. (1912 zurückgegeben,kein Wasser, siedelte schon einmal auf Farm Komo/Gibeon/ 1901)Walsleben1912Kaempfert (siedelt erneut)GobabisFarm 8 am W. Nossob1907Walinski, I. (1914 verkauft,bei Otjivarumendu Überschuldung)GobabisFarm 21 am Schw. Nossob1907Spatz, H. (1912 zwangsversteigert)GobabisFarm 17a am W. Nossob1901Schüllenbach, W.GobabisFarm 8 am W. Nossob1907Walinski,GobabisFarm 126 am Epukiro1907Nishen, G. (1908 nach S-Afrika geflohen, enteignet)GobabisFarm 75 am Schw. Nossob1907Mallwitz , (1908 zurückgetreten)GobabisKehro IV (Nr. 98 am Schw. Nossob)1907Trodler, P.GobabisFarm 111 am Epukiro Rivier1907Casper, W.GobabisFarm 97 am Schw. Nossob1907Ließmann,GobabisFarm 14 am W. Nossob1907Goldbeck,GobabisFarm 67 am Schw. Nossob1907Fox, St.GobabisFarm 99 am Schw. Nossob1907Denker, F.GobabisFarm 107 am Epukiro1909Einbeck, P.GobabisFarm 72 am Schw. Nossob1908Fischer, B . (1909 verstorben)GobabisFarm 81 am Schw. Nossob1907Grabow, W.GobabisFarm 59 am Schw. Nossob1907Gröning, G.GobabisFarm 17 am W. Nossob1908Hennike, F.GobabisFarm 87 am Schw. Nossob1908Keller, W. (nie bewirtschaftet,1910 über Deutschland nach Argentinien)GobabisFarm 1o2 am Schw. Nossob1907Friedrich, F. (1908 gegen andere Farm [?] getauscht)GobabisFarm 103 am Schw. Nossob (=Waldhöhe)1907Schimming, O.GrootfonteinBreitenbach1907Simon, E.GrootfonteinKhudib-West1907Ludewig, G. (1912 verstorben)GrootfonteinKhudib-Ost1907Angerbauer, K. (1910 Rückgabe w. Nichtbewirtschaftung)GrootfonteinKayas-Ost1907Wegener, H.GrootfonteinBegus1906v. SpiegelGrootfonteinDiebesgrund1905Friedrich, P.GrootfonteinNuisib1907Wilhelm, K.(1913 wegen Verschuldung aufgegeben)GrootfonteinNakusib1903Hartmann, K.GrootfonteinGuntsas(?)Heyden und v. Lindequist und HerrmannGrootfonteinOkatjongeama1903Steinfurth, H.GrootfonteinEsere I1906GroßmannGrootfonteinEsere II1907FrenzelGrootfonteinNaruib (ab 1913: Wolfsburg)1907Wolff, W.GrootfonteinGunuchas1903SchmiedelGrootfonteinGutwohne1913ArnholdGrootfonteinSandhup Ost u.West (=Hedwigslust)1907Becker, F.GrootfonteinHalberstadts Farm1905Halberstadt, W.GrootfonteinHiebis-Nord1907Ramlow, K.(später Hiebis-Ost hinzu, dafür ein Teil v. Nord zurückgegeben)GrootfonteinHiebis-Süd1907Tobias, H.GrootfonteinOtjenga-West1906Rahmen, J.H. (Polizist, wahrscheinlich zuvor ST, 1909 verkauft)GrootfonteinOtjenga-West1906Czarnetzki , W.- (Polizist , früher ST)(bei Waterberg) (1914 aufgelassen)GrootfonteinOkumukanti II1906Brumme (Polizist , früher ST)GrootfonteinOkumukanti I1906Schneider (Polizist, früher ST)GrootfonteinOkumukanti III1906Zimmermann (Polizist, früher ST)GrootfonteinOtjomaware-Süd1906Sening, A. (1914 aufgelassen, verkauft)GrootfonteinOvisume-Nord1907Schmink, Th. (Farm nicht bezogen, hat 1908 verzichtet)GrootfonteinOmanbonde-Ost1905Oberßeit, E. (wahrscheinlich aufgegeben, kein Unterlagen vorhanden)GrootfonteinOmanbonde-Ost1907Teßmer , K. (identisch mit vorgenannter Farm)GrootfonteinOmanbonde-West1905Lodes, R.GrootfonteinObochus1906Berger, O. (1913 verkauft)GrootfonteinOsondema1907Rademacher, A.GrootfonteinOndera1907Link, G.GrootfonteinOkanakasewa1900Genzel, S. (1904 ermordet)GrootfonteinOkatjongeama1907Steinfurth, P.(= Schwarzfelde ab 1912) (1912 an Schwarz, E. verkauft)GrootfonteinSus1908Tributh, O.GrootfonteinSandhup-West1901Basendowski (1904 verst.)GrootfonteinSandhup-Ost1901Becker, F.GrootfonteinOkatjongeama II1907Schwarz, E.Tausch gegen Katjoworanda1908GrootfonteinOkatjongeama I (= Barbarossahof), Zuerwerb von1907Steinfurth, H.Okatjongeama II (=Schönau)1912GrootfonteinOkatjiru1902Ackermann, J. und Steinhauser, St. 1903 nach Dt. zurück, an seine Stelle tritt Deckert, A.GrootfonteinOkumukanti I1906Schneider, R. (besitzt 1911 alle 3 Okumukanti - Farmen)GrootfonteinOkumukanti III1906Zimmermann,GrootfonteinOkumukanti II1906Brumme, R. (Polizei)GrootfonteinOtjomayare-Nord (=Waltersdorf)1906Groß, O,GrootfonteinOkarumatero1912v. StülpnagelGrootfonteinOkatjuru?Deckert, A.GrootfonteinHairabib?Sobolewski, F.KaribibOtjua1907Baumann, J. (1910 verkauft)KaribibOkondura-Süd (Pacht)1910Pistorius, E.KaribibFahlwater1901Talaska, A.Keetmanshop Arep 1910 Sommer2 Heimstätten (Gärtnerei)1912K´hoop Inachab 1900 Gessert, F. K´hoop Karios 1908 Schanderl, A. K´hoop Kubis Nord 1899 Wirths, H. K´hoop Kubis 1907 Grundmann, W. K´hoop Kukanibeb 1909 Woltmann, A. (1912 zwangsversteigert) K´hoop Aweras 1909 Fuchs, A.(kauft im gleichen Jahr:)Guracheb1909K´hoop Auros 1908 Kühnel K´hoop Blau-Ost 1911 Jeske, wegen Erkrankung 1914 verkauft an 1914 Saß K´hoop Blaukehl-Süd (Pacht) 1913 Wache, M. (1914 zurückgetreten) (=Darmstätt ab 1914) K´hoop Blaukehl 1909 Eichhoff (1910 geteilt, z.T verkauft, z.T verpachtet) K´hoop Bitterbrunn 1911 Pilz (1914 aufgegeben) K´hoop Blau 1907 Wildecke K´hoop Daberas 1905 Kaese K´hoop Daweb-Nord 1908 Peters (1913 verkauft) K´hoop Dabegabis 1907 Papke K´hoop Aretitis 1913 Kaiser K´hoop Ganams 1907 Kintscher (1910 getauscht gegen Farm Frankenstein) K´hoop Großaub (Pacht) 1911 Fuchs, K´hoop Ganams 1907 Kintscher K´hoop Hohedün 1900 Klein, A. (1911 verkauft) K´hoop Deichaeibis 1908 Herrmann, F. (= Herrmannshof) K´hoop Nanzes 1908 Faatz, G. ?..(im Witbooi-Gebiet) Hochams (Pacht) 1899 Schmitz, H. und Hansen, H. K´hoop Zwartpütz 1903 Lehmann, F.(möglicherweise 1904 (= Schwarzbrunn) ermordet, Farm 1913 verkauft) K´hoop Vertwall 1909 Neubauer, K´hoop Ausis 1896 Rieth, F, (1901 verkauft) K´hoop Bloempütz 1901 Hansen, E, (=Blumtal)LüderitzbuchtKlein Aus1909Bolz, A. (1912 verkauft)MaltahöheAmhub?Smit, P.MaltahöheDirichas1902Friccius, C. (gef. 1904/07) (1914 kauft K.Kirsten [sieheFarm Daweb, Bez. Gibeon] die Farm Dirichas dazu)MaltahöheGamis1903WedeMaltahöheNeuhof, dann Hammerstein1912Drews, H.MaltahöheKachauchab1901Lengfeldt , J. und Kahmann, O. (1902 ausgeschieden, suchte eigene Farm)MaltahöheKalkrand , dann Kalkhügel1909Olsen, K. (bis 1910, dann aufgegeben)MaltahöheKabib1908Kopke, A.MaltahöheNudaus1907 (Pacht) 1909 (Kauf)Stranghöner. A.MaltahöheRoiberg-Nord (Roiberg-Süd Pacht ab 1913)vor 1913Smit, H.MaltahöheSchwarzkuppe1905Smit, J.A.MaltahöheSandrücken1910Rossow, G.J. (naturalisierter Bure, hat Farm nie betrieben, als Viehhändler tätig, 1913Flucht nach S A ,1914 als Freiwilliger gegen DSWA gekämpft, 1914 enteignet)MaltahöheUrikos1900Maiwald, W. (1908 getauscht gegen "Glückauf")Glückauf (Pacht)1909MaltahöheUrikos1908Ziegenbein, F.MaltahöheKamkas1903Kürschner, W.OkahandjaEtemba Süd u. Nord (Pacht)1909Dr. JakobsOkahandjaEtemba Süd (Kauf)1910Dr. Jacobs, (tauscht 1913 E.-Süd gegen E.-Nord,die dem Bruder gehört)OkahandjaEngaruwau1907Grothkopf , A. (1914 verkauft an Schonert, P [ST])OkahandjaEngaruwau1914Schonert, P.OkahandjaOkatjerute1907Holtz,(1911 krankheitshalber(= ab 1913 "Hagenau") verkauft)OkahandjaOtjimbuko1909Sell, A.OkahandjaOrutjiva1901Bähr , E. und Fortmüller, L. (haben 1902 aufgegeben)OkahandjaOkatjuru1907Strahler, E. (Zwangsvollstreckung 1909)OkahandjaOnkombeanovita1907Houwald, H., Freiherr vonOkahandjaOtjitua1907Weschkalnis (1910 versteigert)OkahandjaOtjikurume1907Speth-Schülzburg, Freiherr Otto vonOkahandjaOwikokorero1907Wiedemann, E.Okahnadja Otjimbuku 1907 Grüner, Ph. (1913 verkauft)OkahandjaOkakuijo1907Großarth, G.OkahandjaOgombe Katjimane1910Kahle (Stabsarzt)OkahandjaOtjosonduombo(Pacht)1913Krüger, E. (besaß früher "Neu-Mecklenburg" , s. bei Windhuk)OkahandjaOkaperu (Pacht)1913Bergstedt, F.OkahandjaOkahango II1908Schnabel, H.OmaruruFarm 43, (wird " Kleinheim")1914KleinOmaruruEtiro-Süd1908Guder (1912 verkauft)OmaruruNeitsas1913Dr. Kuhn, (Weitergabe an Onguma-Syndikat 1913)OmaruruEtemba1907Schmidt, Fr.OmaruruEtendero1907Trautermann,H. (verkauft 1908)OmaruruEhnameno1907v. OppenOmaruruHillenhof (= Farm 31 a.d. Otavibahn)1914Kuntze, R.OmaruruEtemba1907Sengewald. O.OmaruruJägerhof1907Küßner (1908 wegen Wassermangel aufgegeben, 1912 zwangsversteigert)OmaruruOkambahe1907Hoffmann, K.OmaruruKleinsiedlung Nr. 1 bei Otjahewita, dann Zukauf Farm Klein-Otjahewita (Waterberg)? -- 1912v. Boetticher, W.OmaruruKlein Okamurue-Nord1908 (Pacht) 1912 (Kauf)Ihde, A.OmaruruKamonbonde (Waterberg)1912Kalkreuth, E.OmaruruLehmpütz (erst: Farm 21/1 u. 22 an der Otavibahn)1908Schiller, R.OmaruruOmapiu-Nord1911Irschlinger, A.OmaruruGroß Otjahewita1908Schultz, B. und Degenhardt, R. (bis 1914)OmaruruOtjikatjingo1898Klaewe, E.OmaruruOkoronjama1900Hoppe, L.OmaruruFarm nördl. anschl.an Okoronjama1900Baber, E.OmaruruOtjikango1908Stier, H. (1912 verkauft)OmaruruOkongue1907Schmidt, G. (1909 aufgegeben, Kapitalmangel)OmaruruOkosongoro1907Thiedeitz (1913 aufgegeben, Kapitalmangel)OmaruruOngariwanda1907Denneville, J.OmaruruOtjombaue1907Vespermann, F. (1908 nach Dt., Farm zwangsversteigert)OmaruruOseraomeva1907Villinger, M. (1914 verkauft)OmaruruOvikenga1907Engel, R.OmaruruOzogongotu1907Wahl, E.OmaruruOkawaka1907Lorang, W,OmaruruOtjua1908SiebersOmaruruOtutundu1907Bauer, J.D. (1910 verkauft)OmaruruOtjisire (wird 1909 getauscht gegen Erundu)1908Leymann, J.OmaruruOkurundu1905Sander als Pächter (1911 aufgegeben)OmaruruOmbu1911Buthut, R. (Schutztruppler aus Kamerun)............................(?) Oguma und Neitsas 1907 Dr. Kuhn (Stabsarzt)OmaruruOtjousonju (Pacht)1908Kurz, E.OmaruruOmusema-Uarei1909Grensing, R.OmaruruOwiraua1912Fichler, L.OmaruruOhiwa1912de Fries, E.OmaruruOtjikango bei Hoasas1913Reschke, E.OmaruruOkatjeserni (Pacht)1913Stenger, F. (Zugehörigkeit zu ST nicht eindeutig, gedient bei II.Batterie Albrechtshöhe. Ist das ST - ?)OmaruruOngariwanda(?) vor 1913Dennewill, J(Onjomboomu als Zupachtung) 1913OmaruruOkapaue (Pacht) (= Schieferhof)1908Schiefer, J. (1914 aufgegeben)OmaruruOkao Kasjoti1902Setecki, A und(= "Wolfstal") Dunaiski, P (verkauft 1911, rückgekauft 1913)OmaruruFarm 12/2 an der Otavibahn1907Kleiber,OmaruruAnibib1911Rohde, C. (1913 aufgegeben)OmaruruOmapiu-Nord (Pacht)1911Irschlinger, A.OmaruruOkamaka1908Lorang, W.OutjoLouisental1912Hannemann , M.OutjoKalkrand1912Post, H. (nicht bewirtschaftet, 1913 zurückgegeben)OutjoKlein Tutara1908SchubertOutjoKakeuwa1900Dr. DannermannOutjoOkakewa I1911Göbelsmann (war Polizist, aber in Krieg 1904/06 aktiv u. dekoriert, Evtl. früher Schutztrppe)OutjoLöwenfontein1910v. Wangenheim, Frhr. W.OutjoAurus1908HoppeOutjoAub/ westl. Teil1913ModzioOutjoCauas1900KrenzOutjoChorab1912KowalkeOutjoOketoveni1900Piechaczek, A, und Weimann, V.geteilt 1908 in Oketoveni-Nord Weimann, V. (1912 verkauft) Oketoveni-Süd Piechaczek, A.OutjoKarikonjona1901 1902 1903Setecki , A. und Dunaiski, P. Seufert, M. und Behre,... (1910 verkauft, dann Farm Gub / Outjo)OutjoGarusis1903Teinert , M.OutjoGoreis1907RussmannOutjoKhutsoub (= Hohenstein)1907FlechsigOutjoNarachaams1906Worst, F. (1912 verkauft)OutjoNational1911BuntebardtOutjoBossarts Farm1906Bossart (1909 zurückgegeben)OutjoSaalburg1907Salpeter,OutjoPalafontain1901Lambert, Th.OutjoTsuwandis1901Schwarz, F. und Wille, K.OutjoUrieis-Ekango1912La Croix (= Polizist, vorher ST ?)OutjoWittklipp1907Kitt, E.OutjoOtjiwasandu (Pacht)1912v. Puttkammer, W. (nicht bewirtschaftet, Farm 1914 verlassen)RehobothBeenbreck1908Mögli, A. (1912 verkauft an SWA Wollzüchterei-Gesellschaft)RehobothAnai-Nord1909Bräuer , G. (1912 verkauft)RehobothChaibis1904HörmannRehobothChansib1902Kaluza (tauscht später nach Hornkranz)RehobothDerm-West1905HörmannRehobothIsabis1907Neumann, A.RehobothIbenstein (früher: Witkooi)1908Iben, H.RehobothJudäa1907v. Milkau, Frhr.RehobothDerm-Ost1907Heinz,W.RehobothFarm bei Nais1903HefnerRehobothKhos1895Peeken, Karl (1914 verkauft)RehobothFarm am Hakos (Gebirge)1913Port, J.RehobothKaunzuab (= Rothenstein ab 1908)1901Herrmann, K.RehobothStolzenfels1902Wahl, G. (1913 an Fa. Voigts verkauft)RehobothWeener (Pacht)1914Lahmeyer, J.RehobothWeißenfels1908Eberhardt, G.RehobothGomnab1911Quenzer, E.RehobothFarm 16 (="Gützel")1912Strenger, H. (1914 zurückgegeben,dafür Farm 25 – nördl. Auros - erworben)RehobothAruzis (=Morgenroth)1907Morgenroth, G.RehobothOtjosemba? (vor 03)Pollzien, C.WarmbadAuros1908KühnelWarmbadNiewefontein West1908Mollenkopf, W. (1911 verkauft an Becker, J.)WarmbadNiewefontain West1911Becker, J.WarmbadFettkluft1905Schmiedecke, F. (1908 von Rolfs-Bande ermordet)WarmbadRozynbosh (Pacht)1903Weigel, Ph.WarmbadBlaufontain1907 (Pacht) 1908 (Kauf)Kubirske, J.WarmbadBlinkoog1913/14v.SchaurothWarmbadDassiefontain (Pacht)1907Haber / SängerWarmbadDuurdrift1907StrohmeierWarmbadKinderzitt (Pacht)1912Grimm, O. (vorher Pächter in Auros)WarmbadNakab-Süd1909Nossel, E.WindhukAltseeis u. Groß-Wittvley1908ThalheimWindhukEkuja1907BednarekWindhukKrumnek1898Höpfner, K. (hatte ab 1893 eine Heimstätte in Klein-Windhuk)WindhukKowas-Nord1909Meyer, Karl (1910 wegen Wassermagel verkauft, Neuansiedlung im Bez. Gobabis)WindhukTsoabis1912Heßler, G. (als Verwalter)WindhukFarm E (später: Endlich)1911/12GanschowWindhukVaalgras1902Mertens, H.WindhukFarm 4 (später " Hohenhorst")1907Bötcher,(1911 verkauft)WindhukOkatjinoneno1908Krüger, E.WindhukOtjituezu-Ostvor 1913 (?)KoppeWindhukOkaramakuje1911 (Pacht) 1914 (Kauf)Drees, J.WindhukOtjivero1901Held, Ch.WindhukOkatumba-Ost1908Schneider, H. (1913 wg.(am W. Nossob) Krankheit verkauft)WindhukOkahua1908Baas, M.WindhukOmonjureke1907Schlabitz, H.WindhukOtjikundua1908Gohde, A.WindhukOtjihokero1907Drees, J. und Altmann, K. (1909 aufgegeben,Drees pachtet 1911 Okarmakuje, s.o.)WindhukOkasewa? (vor 03)Böhm, Ch. (offensichtlich identisch mit Nachfolgendem)WindhukOtjihaenena (von Mission gepachtet , wurde 1909 vom Fiskus anderweitig verkauft)1908Böhm, Ch.WindhukOngoro-Gotgari (Farm 21 am Schw. Nossob)1908Rüdiger, G.WindhukOtjisauona1908Sperlich, P.WindhukFarm 16 am Schw. Nossob1908Hannemann, W.WindhukOtjituezu-Ost1909Koppe, E. , (pachtet dazu)Onjati (Pacht)1913WindhukOpakarakaha1910Lossen, R.WindhukRooiwater-Nord1912Newiger, A. (1913 zurückgegeben)WindhukRainhof1911Böhmer, W.WindhukSkymok......(?)John, W.Endlich Farm V (Zupacht)1911WindhukOngombo1907Schulze, H.WindhukHeimstätte in Kl.-Windhuk1893Gunkel, H.WindhukHeimstätte?Stern,WindhukHeimstätte1899Rößler,

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