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Commander Spicer-Simson liess das ahnungslose Wasserfahrzeug vorbei ziehen
und beschloss dann, ihm mit seinen Schnellbooten den Rückweg nach Kigoma
abzuschneiden. KINGANI hatte nur eine Bordkanone, starr vor dem
Schornstein montiert, und konnte deshalb nicht nach hinten feuern. Der
Commander übernahm den Befehl an Bord seiner MIMI, unterstützt von Chief
Petty Officer (Maat) Waterhouse am Geschütz. Mr. Dudley stand am Ruder der
TOUTOU mit Petty Officer Flynn als Richtkanonier.
Kurz nach 10 Uhr früh witterten die Deutschen eine Falle und machten mehr
Dampf auf. Das überschwere Geschütz donnerte los und die wendigen
Schnellboote wichen geschickt aus wie glitschige Aale während ihre
kleinkalibrigen Revolverkanonen zielgenau die KINGANI mit Granatfeuer
überschütteten und gegen 12 Uhr eine starke Explosion auf dem Vorderdeck
auslösten. Kurz danach hissten die Deutschen eine weisse Flagge: Ihr
Kapitän und einige Mannschaften waren gefallen, alle anderen gerieten in
britische Gefangenschaft, genauer gesagt 11 Deutsche sowie acht Schwarze.
Zwei Eingeborene wurden vermisst, nachdem sie über Bord sprangen und
wahrscheinlich Krokodilen zum Opfer fielen.
Der deutsche Chef-Ingenieur berichtete im Verlauf seiner Vernehmung, dass
die Erkundungsfahrt der KINGANI neue Erkenntnisse über belgische Pläne
vermitteln sollte am Ufer einen Helling zur Schiffsmontage einzurichten
wie vergleichsweise in Kigoma für die deutsche GRAF GOETZEN. Der
Schutztruppe war bereits bekannt, dass Schiffsbauteile der Belgier in
Kabalo lagerten und demnächst aus Europa ergänzt werden sollten. Da aber
die deutschen Truppen mittlerweile Antwerpen besetzt hatten, wo die
Schiffskessel frachtfertig lagerten, gab es keine neuen Hoffnungen auf
eine Vollendung der Montage.
Am 17. Januar 1916 gelang es nach längeren Reparaturarbeiten die eroberte
KINGANI unter britischem Kommando wieder seetüchtig zu machen. Das plumpe
Zwölfpfündergeschütz musste durch eine beweglichere Dreipfünderkanone
sinnvoll komplettiert werden, obwohl das klare Unterlegenheit gegenüber
der GRAF GOETZEN bedeutete. Technisch betrachtet drohte jedoch beim
Abfeuern des zu schweren Geschützes nach jedem Schuss wegen des
Rückstosses das Kentern des Schiffs ...
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Der übermütig gewordene
Commander teilte seinen entsetzten Untergebenen mit, dass er die KINGANI
unter britischer Flagge in HER MAJESTY SHIP FIFI umbenannt habe, weil das
so gut zu TOUTOU und MIMI passe. Die Probefahrt fand am 24. Januar 1916
statt und endete damit, dass sich Gelegenheit zur Verfolgung der HEDWIG
VON WISSMANN ergab und zur Vernichtung des deutschen Kanonenboots durch
Artillerie-Volltreffer. Zahlreiche Gefangene wurden aus dem See gerettet
und wie durch ein Wunder gab es kaum Verletzte und keine Gefallenen.
Wenige Tage später tauchte die GRAF GOETZEN endlich einmal am Horizont vor
den Augen der kleinen Briten-Expedition auf, zwei Meilen entfernt, und
verschwand wieder allmählich am Horizont. Commander Spicer-Simson
verfolgte das deutsche Schiff schweigend mit dem Feldstecher, gab keinen
Einsatzbefehl und zog sich ohne weiteren Kommentar in seine Hütte zurück.
Offensichtlich wollte er seinen jüngsten Ruhm nicht aufs Spiel setzen und
spürte in allen Fingerspitzen, dass er der GRAF GOETZEN einfach nicht
gewachsen war ...
Der schrullige britische Marine-Offizier, ein Exzentriker par excellence,
erfreute sich dessen ungeachtet bei den Eingeborenen grosser Beliebtheit,
nicht zuletzt wegen seines faszinierenden öffentlichen
"Segeltuch-Faltbadewannen-Zeremoniells" an jedem Mittwoch und Samstag
pünktlich um 15.45 Uhr im Camp, arrangiert vom getreuen Diener Tom, der
eifrig viele Kannen mit heissem Wasser herbei schleppte und gewissenhaft
die gewünschte Badetemperatur überprüfte.
Dann erschien endlich Spicer-Simson mit einem Laken um den Leib, eine
lange Zigarettenspitze zwischen den Lippen, musterte wohlwollend die
Beifall klatschende Menge, und schleuderte seine Umhüllung demonstrativ zu
Boden, um eine Serie von Kniebeugen zu absolvieren. Die Schwarzen jubelten
ekstatisch, denn dieser völlig entblösste Mann war über und über tätowiert
mit Abbildungen von Schlangen, Blumen, Bienen, Vögeln und Schmetterlingen,
die sich im Muskelspiel wie lebendig bewegten!
Schliesslich stieg der Offizier in die Wanne und liess sich im Seifensud
tüchtig abschrubben, während der Diener ein Glas Vermouth reichte. Als
Finale gab es eine kalte Dusche aus dem Eimer, eine neue Zigarette und den
Abmarsch zurück in die Hütte. Ein derartiges Unterhaltungsprogramm konnte
sonst niemand der einheimischen Bevölkerung bieten ...
Wie sich die Zeiten änderten
Um 1922 rückten nach dem Ersten Weltkrieg die Briten in ihr neues
Schutzgebiet ein, während die belgische Trikolore dem Union Jack Platz
machen musste. Im Frühjahr 1927 konnte die GRAF GOETZEN gehoben werden,
nunmehr britisches Eigentum und als mutmassliches Wrack angekauft von den
Belgiern für umgerechnet 800.000 Mark. Es dauerte nicht lange, und das gut
eingefettete Schraubenschiff liess sich im Sommer 1927 nach relativ
geringen Ausbesserungen in neuer Frische zur dritten "Jungfernfahrt" dem
staunenden Publikum vorführen ... als LIEMBA.
Ein Mehrzwecktransporter für Kaffee aus Burundi oder Kupfer aus Sambia und
dem Kongo. Passagiere durften sich wieder in den Salons wohlfühlen und der
kleine Grenzverkehr erfreute jedermann zwischen den vier Anrainern. Auch
Rohdiamanten, Smaragde und Malachit aus Kasai und Katanga erreichten die
ehemalige deutsche Mittellandbahn per Schiff.
1961 verwandelte sich das ehemalige Deutsch-Ostafrika auf dem Umweg über
ein britisches Mandatsgebiet in den unabhängigen Staat Tanzania mit
Wirkung vom 1.Mai und eine neue Flagge ging am Fahnenmast der LIEMBA hoch,
ein schwarzer Schrägbalken auf grünem und blauem Grund. Das Flaggschiff
der tansanischen Binnenflotte riskierte guten Muts volle Kraft voraus im
Vertrauen auf alte deutsche Wertarbeit.
1970 kam es der Verwaltung der Ostafrikanischen Eisenbahnen in den Sinn,
lieber zu modernisieren statt den deutschen Dampfer weiterhin über Wasser
zu halten. Der Maschinenraum wurde ausgeschlachtet, der Schornstein
zersägt, das Ruder demontiert und die Verschrottung beschlossen. Da
tauchte plötzlich der pensionierte irische Schiffsingenieur Patrick
Dougherty in Kigoma auf, begeisterte sich im Handumdrehen für das älteste
Dampfschiff auf Erden und überredete den Staatspräsidenten Nyerere zu
einem historisch bedeutsamen Rettungsakt mit Weltbank-Kredit und
Entwicklungshilfe-Zuschüssen. Und im November 1976 polterte die LIEMBA zum
vierten Mal in ihrer abenteuerlichen Lebensgeschichte vom Dock,
runderneuert wie anno 1915.
Reisen nach Tanzania sind heutzutage (fast) so schwierig und kostspielig
wie vor fast hundert Jahren, doch gibt es Package Tours im Angebot
verschiedener Spezialreiseveranstalter. Das Reise-Magazin GEO SAISON
informierte kürzlich: "KLM, British Airways, Ethiopian Airlines und
Emirates fliegen nach Daressalam ab 610 Euro und von dort geht es dreimal
wöchentlich mit Precisionair nach Kigoma (hin und zurück 410 Euro). Man
kann auch mit der Central Railway (früher Mittellandbahn) von Daressalam
nach Kigoma fahren in 37 Stunden für 49 Dollar einfache Strecke nach
Platzreservierung. Die unverwüstliche LIEMBA (früher Graf Goetzen) befährt
immer noch den See ab Kigoma. |
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Wie die Schutztruppe
Goldmünzerei betrieb
Während des Ersten Weltkriegs kam es in Deutsch-Ostafrika zu einer
lähmenden Geldknappheit, weil das Schutzgebiet vom Nachschub an Hartgeld
und Banknoten aus dem Heimatland plötzlich abgeschnitten war. Bald häuften
sich grosse Bestände von Münzen sowohl bei den dominierenden indischen
Geschäftsleuten als auch im Umfeld der eingeborenen Konsumenten. Zwar gab
das Kaiserliche Gouvernement sogenannte Interimsbanknoten heraus, die sich
in Ostafrika ohne viele Umstände drucken liessen, doch lehnte die
Bevölkerung voller Misstrauen solche "Papierschnipsel" ab und beharrte auf
den vertrauten attraktiven Silbermünzen in formschöner Ausführung.
Unter solchen Umständen mussten die Behörden nach einer anderen Lösung
suchen und in der Stadt Tabora, provisorischer Sitz des Kaiserlichen
Gouvernements in günstiger Lage längs der Zentralbahn, eine Münzanstalt
einrichten, womit im Dezember 1915 improvisiert begonnen wurde, gestützt
auf umgerüstete Arbeitsmaschinen aller Art.
Zur Prägung von Scheidemünzen waren zunächst eine Zwanzighellermünze und
eine Fünfhellermünze vorgesehen. Seinerzeit repräsentierte eine Rupie
gleich hundert Heller gleich 1,33 Reichsmark die offizielle
deutsch-ostafrikanische Münzeinheit. Nun sollte die Zwanzighellermünze
eigener Fertigung die bisherigen Silbermünzen ersetzen, also die
Fünfundzwanzighellermünze sowie die Münzwerte zu einer halben Rupie und
einer Rupie.
Nach längeren Versuchen fiel die Entscheidung zugunsten einer Produktion
aus Messing: Das Zwanzighellerstück erhielt einen 28 mm Durchmesser, eine
Dicke von zwei Millimetern und ein Gewicht von elf Gramm. Es zeigt auf
einer Seite eine aus zwei Lorbeerzweigen gebildete Verzierung, dazwischen
die Wertbezeichnung 20 HELLER, auf der anderen Seite oben die Kaiserliche
Krone, in der Mitte die Jahreszahl 1916, darunter die Buchstaben D.O.A.
und das Münzzeichen T. Das Fünfhellerstück hat zum Vergleich 22 mm
Durchmesser, ist 1,5 mm dick und wiegt fünf Gramm.
Als Ersatzrohstoffe nutzten die deutschen Behörden vorwiegend Altmetalle,
zum Beispiel leere Patronenhülsen und Granathülsen der Schutztruppe sowie
Rohre, Beschläge, Bleche usw. von den während des Krieges in Daressalam
demontierten Schiffen. Zuständig war die Betriebsstätte Tabora der
Ostafrikanischen Eisenbahngesellschaft, weil man dort über das
erforderliche technische Gerät verfügte. Zum Schmelzen standen jene
Graphit-Tiegel bereit, die von der deutschen Kironda Goldmine in Sekenke
zum Einschmelzen des Rohgoldes verwendet wurden.
Weil Metallwalzwerke fehlten, die normalerweise zur Münzprägung dienen,
griffen die "amtlichen Falschmünzer" zu Kautschuk-Waschwalzwerken der
Plantagen im Hinterland. Modelle von Krupp funktionierten zumeist
zufriedenstellend. Mittlerweile gingen jedoch immer mehr Schmelztiegel
durch Abnutzung zu Bruch, und der Schmelz- sowie Giessbetrieb stockte.
Ersatzweise lag es nahe, die in grossen Mengen greifbaren Bleche, Platten
und Rohre aus Messing in Streifen zu schneiden und auf die gebotene
Plattenstärke auszuwalzen. Schliesslich gab es auch keine Messingbleche
mehr ...
Neben Zwanzighellerstücken aus Messing mussten notgedrungen jetzt Stücke
aus Kupfer geprägt werden. Die Gesamtsumme der ohne Giessverfahren durch
direktes Auswalzen von Blechen und Platten erzeugten Zwanzighellermünzen
notierte mit 600.000 Stück, zur Hälfte Kupfermünzen. Ähnlich verfuhren die
Eisenbahn-Techniker mit der Produktion von Fünfhellermünzen, unterstützt
durch zahlreiche talentierte Eingeborene, bevor im September 1916
kongo-belgische Truppen Tabora besetzten.
Kaum zu glauben – Gold gab es reichlich
Eine Goldmünze im Wert von 15 Rupien, in DOA im Jahr 1915 als Notgeld
geprägt, wird zur Zeit im numismatischen Fachhandel und auf Münzauktionen
als Kostbarkeit angesehen: man muss dafür ungefähr 1300 Euro ausgeben und
mehr. Vorsicht ist geboten, weil hervorragende Fälschungen zirkulieren,
mutmasslich in Durban (Südafrika) produziert. Derartige Imitate sind
blassgelb, teilweise auch messinggelb im optischen Gesamteindruck wegen
einer andersartigen Legierung und tauchten erstmals um 1971 auf.
Die echten Notgeld-Goldmünzen in Deutsch-Ostafrika sind zu verdanken dem
Improvisationstalent des Berg-Ingenieurs Friedrich Schumacher, der sich
seine Sporen im Goldbergbau Siebenbürgens verdiente und im Frühjahr 1913
das Angebot erhielt, die stellvertretende Leitung der Goldmine Sekenke im
Landesinneren von Deutsch-Ostafrika zu übernehmen. Dort traf er 20
Europäer und 800 Schwarze an am Rand der riesigen Wembäre-Steppe und
musste unter abenteuerlichen Lebensbedingungen die Produktion aktivieren.
In seinen Erinnerungen brachte Schumacher unter anderem zu Papier: "Als
mich Ende 1915 ein Eilbote des Gouverneurs Dr. Schnee erreichte, enthielt
dessen Botschaft Anweisungen sofort mit allen Goldvorräten nach Tabora
aufzubrechen und dort eine Münzanstalt einzurichten, weil der
Kolonialverwaltung Zahlungsunfähigkeit drohte. So stellte ich eine Safari
aus 200 Schwarzen zusammen, die mich mit sämtlichen Goldbarren im Wert von
etwa einer Million Reichsmark nach zehn Tagen zuverlässig in Tabora
ablieferten ..."
"Als ich mich bei Dr. Schnee meldete, fragte er sofort: Können Sie schnell
Münzen herstellen lassen? Verblüfft gab ich dem Gouverneur zu verstehen,
dass ein Berg-Ingenieur keine Qualifikation als Münzmeister hat. Aber Dr.
Schnee deutete nur auf die zahlreichen Bände eines Grossen
Konversations-Lexikons im Bücherschrank seines Amtszimmers und meinte
trocken: Da steht alles drin, was man zum Geldmachen wissen muss ...
fangen Sie gleich an, mein Lieber!"
Tatsächlich gelang es Schumacher, mit Hilfe indischer Schmuckhandwerker
und eines deutschen Graphikers innerhalb kurzer Zeit originelle Goldmünzen
herzustellen. Am schwierigsten war die Anfertigung des Originalstempels
zum Prägen der Matrizen, doch es fand sich ein begabter Singhalese aus
Sansibar, der unter Einfluss von Kognak und Whiskey Höchstleistungen
erbrachte. Als Münzeinheit galt das dem deutschen Zwanzigmarkstück
entsprechende Fünfzehnrupienstück mit 22 mm Durchmesser. Auf der
Vorderseite ist ein Elefant zu sehen, darunter die Jahreszahl 1916 und das
Münzzeichen T. Die Rückseite lässt den Reichsadler erkennen sowie die
Umschrift "Deutsch-Ostafrika" neben der Wertbezeichnung "15 Rupien"
(Entwurf von R. Vogt).
Eine vollwertige Herstellung der Goldmünze nach strengen Kriterien konnte
in Ostafrika von Schumacher mit dem besten Willen nicht zugesichert
werden. Deshalb wurde die Münze nur mit 75 Prozent des Nominalwertes, also
mit einem Feingoldgehalt von 11,25 Rupien gleich 15 Reichsmark ausgegeben.
Angesichts eines Standardpreises von 2790 Reichsmark für ein Kilogramm
Feingold erhielt das Goldstück als Notgeld ein Feingewicht von 5,376
Gramm. Für die Wahl der Legierung war die Zusammensetzung des Rohgoldes
aus Sekenke massgebend, das im Durchschnitt 80 bis 85 Prozent Feingold
neben 15 bis 20 Prozent Silber enthält.
Eine kleine hydraulische Rohrbiegepresse diente zum Prägen bis zum
Versagen dieser Technik. Danach gelang die Umstellung der Arbeiten auf
eine Ölpresse Kruppscher Bauart mit maschinellem Antrieb und gutem
Ergebnis. Messingbürsten und Seifenlauge aus den Früchten des tropischen
Seifenbaums vollendeten den Hochglanz!
Insgesamt kamen nun in Ostafrika unter deutscher Regie als Notgeld bis
August 1916 ungefähr 16200 Goldstücke offiziell in Umlauf als Neuprägungen
mit einem Wert von 245000 Rupien. Gesamtgewicht zum Vergleich: 116,103
Kilogramm entsprechend einem durchschnittlichen Münzgewicht von 7,168
Gramm.
Dramatische Rettungsaktionen voller Rätsel
In Schumachers Erinnerungen ist weiter nachzulesen: "In den Nacht vor der
Besetzung der unverteidigten Stadt Tabora habe ich die letzten 200
Goldmünzen unserer Produktion allein und ohne Beobachtung durch Arbeiter
oder andere Personen mit einem Erdbohrer in einer Blechbüchse tief in den
Boden versenkt ..." (Sie wurden nie wieder entdeckt).
Die übrig gebliebenen Goldbarren wurden von Gouverneur Dr. Schnee vor dem
Einrücken der Belgier an einen wohlhabenden Araber verkauft, umgerechnet
für mehrere hunderttausend Mark. Daraufhin beschlagnahmte das
kongo-belgische Militär die Goldbarren bei dem arabischen Geschäftsmann,
der jedoch als britischer Staatsbürger vor Gericht klagte und seine
Erwerbungen zurück bekam.
Den Ersten Weltkrieg musste Schumacher zuletzt in verschiedenen
Internierungslagern verbringen - im Kongo, in Frankreich und
Grossbritannien. Es gelang dem Ingenieur, zunächst noch 40 Goldmünzen in
seinem Gepäck zu verstecken, aber zuletzt entdeckten Detektive von
Scotland Yard in London mit Hilfe von Röntgen-Apparaten alle Souvenirs ...
mit einer Ausnahme (eingenäht in einer stark wattierten Jacke).
1920 erhielt Schumacher eine ordentliche Professur an der Bergakademie
Freiberg in Sachsen. Viele Angehörige der Schutztruppe hatten vor der
Kapitulation ihre Goldmünzen in Ostafrika irgendwo vergraben in der
Hoffnung auf eine Wiederkehr nach Ende des Krieges, aber weder Professor
Schumacher noch alle anderen konnten jemals ihr Eigentum zurückgewinnen.
Allerdings ist verbürgt, dass ein Gartenarbeiter des Railway Hotels Tabora
in den Jahren kurz vor dem Zweiten Weltkrieg dort mit seinem Spaten auf
ein Päckchen mit 30 Goldstücken stiess. Die damalige britische
Mandatsregierung (Tanganyika Territory) liess alles meistbietend
versteigern...
(Professor Dr. Friedrich Schumacher, geboren 1884, ist vor längerer
Zeit verstorben) |